Auslandsaufenthalt mit G8 und Profil-Oberstufe

Die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Schuljahre und die Einführung der Profil-Oberstufen verändern die "Schullaufbahn". Viele Jugendliche und ihre Eltern fragen vor diesem Hintergrund, wie es künftig möglich ist, einige Monate im Ausland zur Schule zu gehen. Wir haben die Vertreter führender deutscher Austauschorganisationen dazu befragt.

Hier finden Sie die Antworten und Empfehlungen von Annette Domhan (AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.), Andreas Heinrich (CAMPS Gesellschaft für Ferien- und Ausbildungsprogramme mbH), Bernhard Kürbiss (TREFF-Sprachreisen GmbH), Christian Maresch (Southern Cross Sprachreisen GmbH), Knut Möller (Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V.), Monika Nottebohm (SSB Schulberatung), Margot Reinhardt (AYUSA International GmbH), Mario Stiploschek (EUROVACANCES Youth Exchange gGmbH) und Julika Venegas (ICXchange-Deutschland e.V.).

 

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Annette Domhan

Annette Domhan
Programmdirektorin
AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

1) Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch?

Das Interesse ist nach wie vor ungebrochen hoch. Jedoch erleben wir, dass der Schritt vom Interesse hin zu einer tatsächlichen Bewerbung größer geworden ist. Aufgrund der Unsicherheiten von Eltern und Lehrern bzgl. der Anerkennung eines Auslandsjahres in den G8-betroffenen Bundesländern sehen wir die Tendenz, dass Jugendliche den Zeitraum ihrer Austauscherfahrung zunehmend nach hinten verschieben und erst nach Schulende im Rahmen eines Freiwilligendienstes ins Ausland gehen. Ein weiterer Trend, den wir beobachten: Die Teilnehmer werden immer jünger.

2) Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen?

Ganz gleich, ob das Jahr im Ausland auf die Schulzeit angerechnet werden kann oder nicht, ein Schuljahr im Ausland ist immer ein Gewinn: Die Teilnehmer erlernen eine Fremdsprache, erwerben interkulturelle Kompetenzen und erfahren unschätzbar viel über die eigene Persönlichkeit. Deshalb empfehlen wir jedem Jugendlichen sich nicht von der Frage nach Anerkennung seines  Austauschjahres abschrecken zu lassen. Jugendliche, die ein Schuljahr im Ausland verbracht haben, sind, wenn sie sich später um einen Job bewerben, interessanter, auch wenn sie ein Jahr älter sein mögen. Am besten ist es, sich direkt mit der Schulleitung in Verbindung zu setzen, um diesen Aspekt des Auslandsjahres zu klären. Oft unterstützen Schulen und Lehrer einen Auslandsaufenthalt mit individuellen Absprachen und räumen nach der Rückkehr eine "Karenzphase" ein, in der Versäumtes nachgeholt werden kann. Übrigens: Etwa 40% der Teilnehmer schieben das Schuljahr im Ausland als zusätzliches Jahr ein.

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen und wie sehen diese aus?"

Wir haben unser Programmangebot um kürzere Formate – z.B. Semesterprogramme erweitert. Darüber hinaus stellen wir umfassende Informationen über die bestehenden Regelungen der Bundesländer in Sachen Anerkennung für Lehrer und Eltern bereit. Weiterhin haben wir die Zusammenarbeit mit Schule und Politik bzgl. der Anerkennung eines Auslandsjahres verstärkt.

Kontakt:
AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.
Annette Domhan, Programmdirektorin
Telefon: 040 / 39 92 22-22, E-Mail: annette.domhan@afs.org
Susan Lange, Unternehmenskommunikation
Telefon 040 / 39 92 22-36, E-Mail: susan.lange@afs.org

 

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Bernhard Kürbiss

Bernhard Kürbiss
Geschäftsführer
TREFF - Sprachreisen GmbH

1) Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch?

Das Interesse am Schüleraustausch scheint mir ungebrochen, wir konnten bis jetzt keinen Rückgang der Anfragen oder Bewerbungen feststellen. Allerdings werden die Teilnehmer zunehmend jünger. Sehr großes Interesse besteht am Programm ab Januar 2009 von Schülerinnen und Schülern im zweiten Halbjahr der Klasse 9 sowie an kürzeren Aufenthalten.

2) Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen?

Empfehlung evtl. bereits nach Klasse 9 an einem Auslandsaufenthalt teilnehmen und sich ansonsten nicht vom deutschen Schulsystem verunsichern zu lassen. Ein Schuljahr im Ausland ist eine einmalige Gelegenheit ein anderes Land und eine andere Kultur kennenzulernen sowie seine Fremdsprachkenntnisse zu verbessern. Auch bei Personalchefs ist Auslandserfahrung eine immer wichtigere Zusatzqualifikation.

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen an und wie sehen diese aus?

Wer in Deutschland möglichst wenig Unterrichtszeit verpassen will, dem empfehlen wir die Teilnahme an einem Schulaufenthalt in Australien oder Neuseeland für ein Term. Das Term 3 in Neuseeland im Schuljahr 2010 dauert vom 19.07. - 24.09. und in Queensland z.B. vom 13.07. - 17.09. Damit findet der größte Teil des Schulaufenthaltes während der deutschen Sommerferien statt.

Kontakt:
TREFF - Sprachreisen GmbH
E-mail: info@treff-sprachreisen.de

 

 

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Christian Maresch

Christian Maresch
Managing Director
Southern Cross Sprachreisen GmbH

1) Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch?

Das allgemeine Interesse ist nach wie vor steigend. Die jeweilige Aufenthaltslänge ist im Schnitt zurück gegangen und liegt jetzt bei ca. 6 Monate. Das Alter der Schüler wird zunehmend jünger und fängt bereits bei 14 Jahren an.    

2) Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen?

Eventuell schon früher als bisher üblich einen Auslandsaufenthalt in Erwägung zu ziehen (nach der 9. oder während der 10. Klasse). Australien und Neuseeland bieten eine sehr flexible Aufenthaltslänge und Startdaten an. So kann auch ein G8 Schüler ohne Probleme einen Aufenthalt von zum Beispiel 3 oder 6 Monaten realisieren ohne die Klassenstufe wiederholen zu müssen. Zusätzlich bietet sich ein Land und Programm an, in dem konkret die Schule ausgewählt werden kann. Denn hierbei kann zum Beispiel die Fremdsprache oder andere Interessen berücksichtigt werden, die dann auch im Ausland fortgesetzt werden können und so nicht die Möglichkeit eines großen Latiums o.ä. in Deutschland verloren geht.

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen und wie sehen diese aus?

Ja. Zum Beispiel:
- Der nationale Schulabschluss in Neuseeland, welcher als Abitur in Deutschland anerkannt wird. 
- International Baccalaureate Schulabschluss in Australien oder Neuseeland
- Kurzzeit Aufenthalte von zum Beispiel 3 oder 6 Monate von Juli bis September/Dezember oder von Januar bis April/Juni
- Absenkung des Mindestalters von 15 auf 14 Jahre

Kontakt:
Southern Cross Sprachreisen GmbH
E-Mail: highschool@southerncross.eu

 

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Knut Möller

Knut Möller
Geschäftsführer
Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU)

1)  Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch? 

Viele Schüler, Lehrer und Eltern sind verunsichert, wie und wann ein Austauschjahr jetzt möglich ist, in einigen Fällen wird leider sogar pauschal davon abgeraten. Hier besteht in unseren Augen weiterhin großer Aufklärungsbedarf. Jugendliche, die über die jetzigen Möglichkeiten für ein Austauschjahr gut informiert sind, sind auch weiterhin am Schüleraustausch sehr interessiert – auch an ganzjährigen Programmen.    

2)   Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen? 

Da ihnen zwei verschiedene Varianten zur Einbindung eines Austauschjahres in ihre Schullaufbahn offen stehen, sollten sie sich frühzeitig mit beiden auseinandersetzen und entscheiden, welchen Weg sie einschlagen wollen: Wollen sie bereits in Klasse 10 ins Ausland gehen und sich das Jahr nach Möglichkeit anrechnen lassen oder wollen sie lieber ein zusätzliches Jahr nach der zehnten Klasse einschieben? Gerade wenn eine Anrechnung in Klasse 10 angestrebt wird, sollten auch rechtzeitig die Rahmenbedingungen mit der eigenen Schule geklärt werden. Aber auch wenn sie ein zusätzliches Schuljahr einschieben, sollten sie dieses Jahr nie als "verloren" betrachten. Ein Austauschjahr ist eine einmalige Erfahrung, von der die Jugendlichen ein Leben lang profitieren und aus der sie so viel mitnehmen, dass es das zusätzliche Schuljahr allemal wert ist.   

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen und wie sehen diese aus?

Wir haben die Altersgrenzen so angepasst, dass das Austauschjahr nun wie beschrieben auch schon in Klasse 10 möglich ist. Bewerben können sich bei uns alle Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, die dann bei Abreise zwischen 15 und 18 Jahren alt sein müssen. Da wir bei YFU von dem besonderen Bildungswert eines ganzjährigen Austauschprogramms überzeugt sind, haben wir uns bewusst dafür entschieden, auch bei verkürzter Schulzeit nicht auf Kurzzeit-Programme auszuweichen. Das Einleben und der Spracherwerb brauchen ihre Zeit, und die meisten Jugendlichen berichten, dass sie erst in der zweiten Hälfte des Jahres wirklich „angekommen“ seien. In dieser zweiten Phase profitieren unsere Teilnehmer besonders intensiv von ihrem Austauscherlebnis. Außerdem gibt es nur beim einjährigen Austausch die Möglichkeit, einen kompletten Jahreszyklus mitzuerleben – mit allen Feiertagen und saisonalen Traditionen. Dies ist aus unserer Sicht für ein vertieftes Verständnis der fremden Kultur unerlässlich. 

Kontakt:
Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU)
E-mail: info@yfu.de

 

Margot Reinhardt
Leiterin der High School Abteilung
AYUSA International GmbH

1) Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch?

Das Interesse an einem Auslandsschuljahr ist nach wie vor ungebrochen. Zahlenmäßig schlägt sich die Oberstufenreform bei uns noch nicht gravierend nieder. Trotz Wirtschaftskrise sind unsere Teilnehmerzahlen bislang stabil bzw. leicht gewachsen. Von daher können wir nicht sagen, dass sich G8 negativ auf die Popularität unserer Programme ausgewirkt hat.

Die Schulzeitverkürzung bringt allerdings eine allgemeine Verunsicherung bei den Schülern und Eltern mit sich und ist in der Beratungsphase durchaus ein Thema.

2)    Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen?

In der G8 Beratung spielen bei uns folgende Aspekte eine Rolle:
- Schüler können zu einem früheren Zeitpunkt ins Ausland gehen, statt in der 11. Klasse in der 9. oder 10. Klasse. Die Anerkennung in der 10. Klasse variiert von Bundesland zu Bundesland.
- Schüler können kürzer ins Ausland gehen, z.B. im zweiten Schulhalbjahr der 9. Klasse oder im ersten Halbjahr der 10. Klasse.
- Schüler können von Programmen auf der Südhalbkugel profitieren und beispielsweise ein Schuljahr in Australien oder Neuseeland während der 9/2 und 10/1 absolvieren. Alternativ besteht die Möglichkeit, dort 3 von 4 Terms zu absolvieren und in Deutschland trotzdem nur ein Schulhalbjahr zu verpassen - also beispielsweise von Januar bis Ende August. Da während unserer Sommerferien gerade auf der Südhalbkugel das Schuljahr in vollem Gange ist, können Schüler auch 3 Monate an einem Auslandsaufenthalt teilnehmen und dabei nur 6 Wochen Schule in Deutschland verpassen.
- Schüler können sich auch ganz bewusst für ein Austauschjahr – als zusätzliches Schuljahr im Ausland -  nach der 10. Klasse entscheiden und damit auf eine Anerkennung des Schuljahrs verzichten. Ein Auslandsjahr zusätzlich in die Schullaufbahn einzuschieben, ist kein verschenktes Jahr!
- Da in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen über die Anerkennung von im Ausland erbrachten Schulleistungen existieren, empfehlen wir allen Interessenten sich beim zuständigen Kultusministerium über den aktuellen Stand zu informieren.

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen und wie sehen diese aus?

Um den Bedürfnissen von Schülern und Eltern aufgrund von G8 entgegenzukommen, arbeiten wir daran, unsere Programme noch flexibler zu gestalten. Kurzgramme sind dazu ein wichtiger Schwerpunkt. Bei uns haben die Schüler in 11 Ländern Programme zur Auswahl, die ihnen die Möglichkeit bieten von 4 Wochen bis zu 3 Monaten an einem Schulaufenthalt im Ausland teilzunehmen. Bei vielen dieser Programme ermöglichen wir auch einen flexiblen Programmeinstieg und ggfs. die Einbindung der Schulferien in Deutschland.

Kontakt:
AYUSA International GmbH
E-mail: info@ayusa.de

 

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Mario Stiploschek

Mario Stiploschek
Gründer und Geschäftsführer
EUROVACANCES Youth Exchange gGmbH

1) Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch?

Das Interesse an einem Highschool-Aufenthalt ist ungebrochen, allerdings sind viele Jugendliche und Eltern stark verunsichert bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts. Dabei gibt es auch hier viele gute Lösungen: z.B. einen einjährigen Aufenthalt mit anschließendem Überspringen in Klasse 10 (bei G8) bzw. Klasse 11 (bei G9) oder ein eingeschobenes, also zusätzliches Jahr nach der 10. bzw. 11. Klasse, alternativ einen kürzeren Aufenthalt von einem halben Jahr oder 3 Monaten. Um der Verunsicherung der Familien entgegen zu wirken, wäre eine einheitliche Empfehlung der Schulen und Behörden in den jeweiligen Bundesländern wünschenswert.

2) Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen?

Schülerinnen und Schüler, die nur noch 12 Jahre zur Schule gehen, sollten jetzt erst recht einen Schüleraustausch wagen! Das verkürzte Gymnasium gibt den Jugendlichen die Chance, das gewonnene Jahr ganz neu zu nutzen. Denn ein junger Mensch hat nur ein kleines Zeitfenster für einen Schüleraustausch. Ein Jahr lang eine andere Kultur sozusagen als Insider in einem Familienverbund kennen zu lernen, ist ein Einstieg, der in dieser Form nie mehr nachgeholt werden kann – auch nicht als Student! Viele Firmen setzen internationale Erfahrungen bei ihren Mitarbeitern voraus und unsere Schüler können so im Alter von 15 bis 18 einen wichtigen Baustein ihrer Karriere schon selbst setzen. Der vermeintliche akademische „Verlust“ durch das Austauschjahr wird häufig durch die gewonnene Reife und eine neue, engagierte Arbeitshaltung wett gemacht. Nach ihrer Rückkehr befinden sich unsere Austauschschüler oft genug im oberen Leistungsdrittel.   Wenn es um die konkrete Anerkennung des Auslandaufenthalts für die Schullaufbahn geht, rate ich Eltern und Schülern, sich möglichst frühzeitig an der jeweiligen Schule zu erkundigen. Laut Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Juni 2006 kann auch am achtjährigen Gymnasium ein Auslandsaufenthalt bis zur Gesamtdauer eines Jahres auf die Schulzeit in Deutschland angerechnet werden. Für die konkrete Umsetzung sind die einzelnen Bundesländer verantwortlich und das wird selbst an den Schulen innerhalb eines Bundlandes nicht immer einheitlich gehandhabt. In Hamburg merken wir aber, dass gerade Schulen mit hohem akademischen Anspruch den Schüleraustausch befürworten und unterstützen!

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen und wie sehen diese aus?

Eine mögliche Alternative zu einem einjährigen Schüleraustausch sind Kurzzeit-Programme von drei Monaten bis zu einem halben Jahr. In Neuseeland und Australien können die Schüler z.B. einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt über die Sommerferien planen und verpassen so nur wenige Schulwochen in Deutschland. Außerdem bieten wir in diesen beiden Ländern wie auch in Kanada und unserem neuen Miami-Programm die Möglichkeit, bereits vorab die Schule im Gastland auszusuchen. Das bedeutet, wir können gezielt Einfluss nehmen auf Fächerwünsche, Hobbys und Interessen, die vom Schüler bzw. seiner deutschen Schule an uns herangetragen werden. Wir beraten den Jugendlichen und seine Eltern, empfehlen zwei bis drei Schulen, aber die letztendliche Entscheidung liegt dann bei der Familie. Hier können wir wirklich das „Wunschpaket“ schnüren, obwohl Kultur und Mentalität des Gastlandes natürlich immer ein Überraschungsmoment bleiben! Ich rate daher dringend dazu, ganz offen und mit realistischen Erwartungen an das Programm heran zu treten. Um einen Auslandsaufenthalt bestmöglich an die eigene schulische Situation anzupassen, ist eine individuelle Beratung des zukünftigen Austauschschülers ganz entscheidend. Wer Fragen zu diesem Thema hat, kann uns gerne anrufen.  

Kontakt:
EUROVACANCES Youth Exchange gGmbH
Telefon 040 /44 70 700
E-Mail: info@eurovacances.de

 

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Julika Venegas

Julika Venegas
Marketing und Programmkoordination
ICXchange-Deutschland e.V.

1)       Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch?

Das Interesse der Schüler an einem Schüleraustausch ist nach wie vor sehr groß. Viele Schüler sehen im Schüleraustausch ihre Chance, eine „Erfahrung für das ganze Leben“ zu machen, die mit einer Urlaubsreise ins Ausland einfach nicht vergleichbar ist. Dennoch haben wir festgestellt, dass sich einige von G8 betroffene Schüler und deren Eltern verunsichert fühlen, ob ein zusätzliches Schuljahr wirklich den Gewinn eines Austauschjahres, z.B. für die Persönlichkeitsentwicklung und den Erwerb einer Fremdsprache, wett macht. Unsere Gesellschaft entwickelt sich in die Richtung, dass immer mehr in immer kürzerer Zeit geleistet werden muss. Diesen Druck bekommen natürlich auch die Schüler zu spüren und entscheiden sich teils auch aufgrund der Einschränkungen bei der Anrechenbarkeit des Auslandsschuljahres für einen kürzeren Auslandsaufenthalt. Vielleicht wird die neue Regelung in Zukunft sogar Interessenten ganz von einem Auslandsschuljahr abhalten, obwohl sie eigentlich gern diese Auslandserfahrung machen möchten.

2) Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen?

Wir empfehlen jungen Menschen, sich rechtzeitig über die Möglichkeiten eines Schüleraustauschs zu informieren. Dazu gehört auch, sich zu erkundigen, ob eine Anrechnung eines Auslandsschuljahres möglich ist. Die Anrechnung sollte aber nicht das ausschlaggebende Kriterium sein. Vielmehr sollten bei der Wahl des Zeitpunktes und der Dauer eines Auslandsaufenthaltes das Alter, die persönliche Entwicklung des Schülers und natürlich auch seine persönlichen Ziele und Erwartungen berücksichtigt werden. Auch vor G8 haben sich viele Schüler von vornherein für eine Wiederholung des Schuljahres entschieden, weil sie sich so ganz unabhängig von den Anforderungen ihrer Heimatschule auf die neue Kultur, Gastfamilie und Schule einlassen konnten. Wer offen ist und aus sich selbst heraus den Wunsch hat, im Ausland zur Schule zu gehen und in eine neue Kultur einzutauchen, hat die besten Voraussetzungen dafür, dass der Schüleraustausch für ihn persönlich ein großes Plus bedeuten wird – unabhängig davon, ob das Schuljahr wiederholt wird oder nicht.

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen und wie sehen diese aus?

ICX bietet neben Austauschprogrammen für ein ganzes Schuljahr auch kürzere Auslandsaufenthalte an. Wer nur für ein halbes Schuljahr oder ein Trimester ins Ausland möchte oder kann, ganz gleich aus welchem Grund, muss also nicht völlig auf die Auslandserfahrung verzichten. Für diejenigen, die gar nicht von der Schule fernbleiben wollen, bieten wie außerdem Sprachferien in den Sommerferien an, bei denen die Schüler ebenfalls bei einer einheimischen Gastfamilie leben und so einen Einblick in das Alltagsleben der fremden Kultur erhalten. Wer unsicher ist, welches Programm für ihn persönlich am besten geeignet ist, kann sich bei uns beraten lassen, um das individuell passende Programm zu finden. Ein Auslandsaufenthalt ist in jedem Fall ein Gewinn!

Kontakt:
ICXchange-Deutschland e.V.
E-mail: info@ICXchange.de

 

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Andreas Heinrich

Andreas Heinrich
Geschäftsführer
Xplore GmbH

1) Bemerken Sie Auswirkungen der Schulzeitverkürzung auf das Interesse junger Menschen am Schüleraustausch?

Betrachtet man die Teilnehmerzahlen in unseren High School Programmen scheinen die Auswirkungen eher gering zu sein. Das Interesse ist immer noch sehr groß. Verstärkt hat sich in den Gesprächen mit den Eltern die Frage zum Einverständis und den Vorgaben der deutschen Schulen. Ausserdem haben wir eine leichte Verschiebung von der typischen 11. Klasse als Auslandsjahr hin zur 10. Klasse, so dass wir inzwischen mehr jüngere Schüler aufnehmen. Einige trauen sich durch die Schulzeitverkürzung und den dadurch verstärkten Druck kein ganzes Schuljahr mehr im Ausland zu verbringen und wählen eher die Kurzprogramme (z.B. 3 Monate). Das Schuljahr ist immer noch der Favorit. Insgesamt können wir sagen, dass die Auswirkungen stark abhängig sind von den einzelnen Bundesländern.

2) Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ihren Auslandsaufenthalt jetzt planen?

Man sollte sich frühzeitig um die Planung kümmern und als erstes das Gespräch mit der deutschen Schule suchen. Wenn man dort seinen Abschluß machen möchte, sollten Familien die Voraussetzungen und Bedingungen vorab klären, um evt. dementsprechend auch ein passendes Programm zu finden. In den verschiedenen Ländern können wir verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Stellt sich die Schule komplett quer, was doch weiterhin sehr selten vorkommt, kann man sich immer noch an höhrere Stellen wenden und sich erkundigen, was die generellen Vorgaben des Kultusministeriums sind. Ist ein Durchschnitt von der Schule vorgegeben, um ins Ausland gehen zu dürfen, lohnt sich natürlich besonders die frühzeitige Planung!

3) Bieten Sie vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung spezielle Lösungen und wie sehen diese aus?

Nein, wir haben keine speziellen Lösungen erarbeitet, aber wir bieten in verschiedenen Ländern mehr Ankunfts- und Abflugsdaten an, z.B. in Australien, Neuseeland und Irland. So kann man mit der deutschen Schule abstimmen, welcher Zeitraum während eines Schuljahres am günstigsten ist. Auch für die jüngeren Schüler gibt es verschiedene Länder, die diese Schüler akzeptieren und gerne aufnehmen.

Kontakt:
Xplore GmbH
Andreas Heinrich
E-mail: info@xplore.de